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I. Tugendschule für Jungfrauen.
Ehre der Mutter und zugleich das höchste Glück der Tochter Mariens. Selig Diejenigen, welche das Tugendbeispiel der seligsten Jungfrau befolgen: Glückseligsind, welche meine Wege wandeln!"( Sprüchw. 8, 32.)
Indem die heilige Kirche diese Worte der seligsten Jungfrau in den Mund legt, ermahnt sie uns, über das Leben nachzudenken, welches diese Königin der Heiligen auf Erden geführt hat, und das nachzuahmen, was wir an ihr bewundern. Ja, in Wahrheit, glücklich jene Seele, welche Maria nachfolgt; denn, indem sie ihr nachfolgt, folgt sie Jeſu selbst nach, dem Könige und erhabensten Muster aller Tugenden.
Das Leben dieser Jungfrau ist ein Muster für Alle. In demselben lernt man, wie man sich benehmen soll im Glück und im Unglück, beim Gebet und bei der Arbeit, bei Ehrenbezeigungen und bei Demüthigungen. Freilich wird man nie die Vollkommenheit erreichen, durch welche Maria in allen ihren Handlungen ausgezeichnet ist; aber jene Jungfrau steht der Vollkommenheit am nächsten, die sich am wenigsten von dem Beispiele Mariens entfernt. Christliche Jungfrau, die du dich eine Dienerin Mariens nennst, willst du diesem erhabenen Vorbilde ähnlich werden, dann suche, so viel du kannst, dir ihren lebendigen Glauben, ihren bereitwilligen Gehorsam, ihre tiefe Demuth, ihre zarte Treue, ihre reinen Absichten, ihre großmüthige Liebe anzueignen. Wer sollte mit der Hülfe der göttlichen Gnade nicht im Stande sein, ihr Beispiel bei der Ausübung ihrer verschiedenen Tugenden nachzuahmen? Ohne diese Nachfolge ist deine Liebe zu ihr sehr schwach, und ohne diese Nachfolge darfst du auch keine besondern Beweise ihres mütterlichen Schutzes erwarten.


