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deines Gottes beugen; du wirst den Tod nicht mehr fürchten. Du wirst dann sprechen:
Will hinfort mich Etwas quälen, Oder wird mir Etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen: Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron', wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret! Amen.
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Und nun noch Eins. Weißt du auch, was schuld ist, daß so manches Confirmationsgelübde so bald wieder gebrochen wird? Ich will dir's sagen: daran sind gar häufig die bösen Gesellschaften schuld, in welche der Jüngling und die Jungfrau nach der Confirmation so leicht geräth. Da rufen dir leichtfertige Genossen zu: Du bist nun frei, du bist aus der Zucht der Schule heraus, es hat dir Niemand mehr was zu befehlen." Wohlan mun, lasset uns wohlthun, weil's da ist, und unsers Leibes brauchen, weil er jung ist! Wir wollen uns mit dem besten Wein und Salben füllen! Lasset uns Kränze tragen von jungen Rosen, ehe sie welk werden! Unser Keiner lasse es ihm fehlen mit Prangen, daß man allenthalben spüren möge, wo wir fröhlich gewesen sind! Wir haben doch nicht mehr davon, als das! Was wir nun thun können, das soll recht sein; denn wer nicht thun kann, was ihm gelüstet, das gilt nichts!"( Buch der Weish. Kap. 2.) Da locken sie dich in die Wirthshäuser zu Trunk und Spiel; da locken sie dich auf die Tanzpläße, wo es oft so wild und gottlos hergeht; da drohen sie dir mit ihrem Spotte und Hasse, wenn du nicht bis in die Nacht hinein mit ihnen auf


