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Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage; nebst der Leidensgeschichte Jesu und kurzen Morgen- und Abendgebeten auf jeden Tag in der Woche
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Leidensgeschichte Jesu.

Da aber Pilatus Galilda hörete, fragte er: ob er aus Galiläa wäre? und als er vernahm, daß er unter Herodis obrigkeit war, sandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen tagen auch zu Jerusalem war.

Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte er würde ein zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn man­cherlei. Er antwortete ihm aber nicht. Die hohenpriester aber und schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Über Herodes mit seinem hofgesinde verklagte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den tag wurden Pilatus und Herodes freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind.

Pilatus aber rief die hohenpriester und die obersten und das volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen menschen mir bracht, als ob er das volk abwende, und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem menschen der sache keine, der ihr ihn beschuldiget: Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gefandt, und siehe: man hat nichts auf ihn bracht, das des todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen und los lassen..

Auf das fest aber mußte der landpfleger, nach gewohnheit dem volke einen gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der zeit einen gefangenen, der war fast rüchtig, nemlich ein übelthäter und mörder, der hieß Barrabas, der mit den aufrührerischen war ins gefängniß geworfen, welcher im aufruhr der in der stadt geschahe, einen mord begangen hatte. Und das volk ging hinauf und bat, daß er thate, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine gewohnheit, daß ich euch ei nen los gebe auf ostern, welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe? Barrabam oder Jesum, den könig der juden, den man nennt Christus? Denn er wußte, daß ihn die hohenpriester aus neid überantwortet hatten. Und da er auf dem richtstuhl saß, schickte sein weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem gerechten, ich habe viel gelitten im traum von seinetwegen.

Uber die hohenpriester und ältesten überredeten und reizten das volk, daß sie um Barrabam bitten sollten, und Jesum umbráchten. Da antwortete nun der landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweyen, den ich euch soll losgeben? Da schrie ber ganze haufen und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Sesum los lassen, und sprach: Was soll ich denn mit Jesu machen, den man Christus nennt? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn übels gethan? Ich finde keine ursach des todes an ihm: darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch vielmehr und sprachen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem geschrey, forderten, daß er gekreuziget würde, und ihr und der hohenpriester geschrey nahm überhand.

Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die kriegsknechte aber des landpflegers führten ihn hinein in das richthaus, und riefen zusammen die ganze rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen purpurmantel an, und flochten eine frone von dornen, und sehen sie auf sein haupt, und gaben ihm ein rohr in seine rechte hand, und beugten