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Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen : [nebst] Gebete zur Hausandacht [und] Episteln und Evangelien [und] Der kleine Katechismus Lutheri
Entstehung
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Das erste Hauptstůck.

Daß neunte Gebot:

Du sollst nicht beachren deines Nächsten Haus. Was ift das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unferm Nachften nicht mit Lift nach seinem Erbe oder Haufe steben, noch mit einem Schein des Rec­ten an uns bringen: fondern ihm dasſelbe zu be. halten, förderlich und Dienstlich seyn.

Das zehnte Gebot:

Du sollst nicht begebren deines nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieb oder alles was sein ist.

Was ist das?

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Wir sollen. Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nachften nicht sein Weib, Gefind, oder Vieh abspannen, abdringen, oder abwendig ma­ben: sondern bei denfelben anbalten, das sie blei­ben und thun, was sie schuldig sind.

Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?

Er fagt also: Ich, der Herr dein Gott bin ein ftar. fer eifriger Gott, der über die, so mich baffen, die Sün­de der Våter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wobl bis ins tausende Glied. Was ist das?

Gott drauet zu strafen alle, die diese Gebote über­treten, darum sollen wir uns fürchten für feinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Guts allen denen, die folde Gebote balten. Darum follen wir ibn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach feinen Geboten. Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nüß?

3u 3weierlei. Erstlich zeigen sie uns die Sünden an und offenbaren Gottes 3orn über die Sünde, Dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jefu Chrifto zu suchen.

3um andern lebren sie, welches die gure Werke feyn to die Glaubige und Neugeborne zu thun foul­dig sind ibren Geborfam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Ges bote und Gefeße erfüllen?

Ach nein! Denn unsre gute Werke sind nicht vollkom­( a) 3

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