Druckschrift 
Dresdner Gesangbuch : auf höchsten Befehl herausgegeben ; mit Königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
Entstehung
Einzelbild herunterladen

OF

Allgemeine Kirchengebete.

36

und Volk so reichlich gesegnet hast! Nimm unsre Gemeinschaft ferner in deinen Schuß. Insonderheit seg­ne das geheiligte Oberhaupt der= selben, unsern König. Laß ihn noch lange das Werkzeug deiner Hand sein, durch welches du Seg­nungen aller Art über uns aus­breitest; gieb ihm einen festen Muth, daß er unerschütterlich in Er­füllung seiner schweren Regenten­pflichten bleibe, und Weisheit und Segen zu allen seinen Beschlüssen. Segne alle Prinzen und Prinzessin­nen des Königlichenhauses. Und wer dem Vaterlande dient; wer etwas von den Geschäften und Angelegen­heiten desselben in den Händen hat; wer auf die Aufrechthaltung der Ordnung und Zucht, des Rechts und der Gerechtigkeit, der Sicherheit und Wohlfahrt einen Einfluß äußern soll; wer die Bestimmung hat, für König und Vaterland Blut und Le­ben zu wagen, der sei ein Gegen­stand deiner våterlichen Huld, den beseele dein Geist mit Weisheit, Muth und Kraft, den begleite dein Segen bei Allem, was zum gemei­nen Besten von ihm geschieht. Was aber den Wohlstand des Vaterlan­des stören kann, die Uebel des Kriegs und der Theurung, ansteckender Seu­chen und allgemeiner Landplagen, wende von uns ab, soweit es deine Weisheit rathsam findet, und die Ordnung des Ganzen es verstattet. Gedeihen laß dagegen Alles, was unsern Zustand verbessern und ver­schönern kann; zu Quellen des

Wohlstandes mache unsern Bergbau, unsern Handel und den Unbau un­sers Landes, und hilf, daß unser Wa­terland nie aufhöre, ein Wohnsik gründlicher Wissenschaften, nůşli­cher Künste, reger Betriebsamkeit und erfinderischer Thätigkeit zu sein.

Erzeige auch allen übrigen Lån­dern Gutes, und laß alle Regenten auf Erden vom Geiste des Friedens beseelt, mächtige Beschüßer des Rechts und der Gerechtigkeit, und Båter ihrer Völker werden.

Dank dir endlich, allgütiger Va­ter, daß du selbst die zartesten aller Bande, die Bande des Blutes und der Verwandtschaft, des Wohlwol­lens und der Liebe, um unsre Her­zen geschlungen, und uns in haus­liche Verhältnisse und engere Ver­bindungen gebracht hast. So fle= hen wir denn zu dir für Alle, die uns als Gatten und Kinder, als El­tern und Versorger, als Verwandte und Freunde, als Hausgenossen und Bekannte theuer sind. Ein Gegen­stand deiner Alles beglückenden Huld sei jede Familie unter uns. Erleich­tere insonderheit allen Båtern und Müttern die Versorgung derer, die du ihnen anvertraut hast; gieb Ge­deihen zur Erziehung unsrer Kin­der, und laß eine glückliche, dir ge= weihte Jugend unter uns empor­blühen. Und damit es nirgend an dem Nöthigen fehle, so schenke jeder pflichtmäßigen Anstrengung, jedem redlichen Fleiße, jedem nüglichen Ge­werbe einen glücklichen Fortgang; laß Jeden die Früchte seiner Arbeit­samkeit