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Dresdner Gesangbuch : auf höchsten Befehl herausgegeben ; mit Königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
Entstehung
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Um Donnerstage.

glückselig würde ich sein, wenn ich diesen Tag zugebracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Gedan­ke an dich mir gleichgültig und be­schwerlich gewesen wäre! O möchte ich nie so unglücklich sein und wer­den. Möchte doch der große, selige Gedanke an dich meinem Geiste im­mer gegenwärtiger, meinem Herzen immer angenehmer und willkomm= ner, und in meinem ganzen Ver­halten immer wirksamer werden. Wie selig werde ich sein, wenn ich dich immer vor Augen und im Her­zen habe. Wie kann es mir an Kraft und Stärke fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum 3eugen aller mei­ner Gedanken, Worte und Werke nehme; wie kann es mir an Muth gebrechen, die Leiden dieser Zeit ge­duldig zu ertragen, wenn ich weiß, daß du bei mir bist in der Noth; wie sollte ich mich nicht allewege freuen können, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quell aller Freude? O führe mich, führe Alle, slands Des Abends. temu die dich kennen, zu dieser Seligkeit. Schenke mir die Gnade, dich mir

Gott, der du uns allenthalben immer zu vergegenwärtigen, bei

nahe bist, uns allenthalben die Wir- Allem, was ich denke, und rede, und Fungen deiner Ullmacht, Weisheit thue, und genieße und dulde, auf und Gnade erfahren läsfest, der dich zu sehen, mich immer nahe an Gedanke an dich sollte heute mein dich zu halten, wie du mir allent­Führer sein, er sollte mich allenthalben nahe bist, und in der Vor­halben begleiten, sich an Alles, was stellung von deiner Nähe, Kraft ich that, und redete, und dachte und was mir begegnete, anschließen, und mir Kraft und Trost und Freude und Seligkeit einflößen. Wie un­

und Stärke, Freude und Seligkeit zu finden. Boll des frohen Ge­dankens an dich und deine Gegen­wart, überlasse ich mich getrost der Ruhe

genwärtigen nicht scheuen darf. Es nicht ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Nun so will ich mir auch nicht ein Wort erlauben, wovon ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du ken­neft sogar meine Gedanken von ferne. Nun so will ich auch immer so denken, wie es recht und wohl­gefällig ist vor dir. Auch mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Darum will ich immer mich mit meinen Wünschen an dich wenden, in allem auf dich sehen, und alles, was ich bedarf, mit kindlicher 3u­versicht von dir erbitten und erwar= ten, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, und keinen vergisfest und versäumest, der sich auf dich verläßt. Vor dir, dem Ullmächtigen und Allgegenwärtigen, will ich wandeln und fromm sein. Das hilf mir, gnädiger und barmherziger Gott, und gedenke meiner heute und alle­zeit im Besten um Jesu Chrifti willen. Amen.