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3) Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu, du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet! Nur wenige Stunden vor deinem Leiden seßtest, du das heilige Abendmahl ein, zum Troste deiner Verehrer und zur Stärfung ihres Glaubens, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Mitchris sten zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kénne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner beseligenden Gemeinschaft rühmen und zu deisten und Freunden zählen darf! D, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danfen! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos und elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich endlich der Augenblick des Todes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir darum dein Gedächtniß sein! Wäre ich nicht der Undanf= barste unter allen Sterblichen, wenn ich dein vergäße, wenn ich mit Kaltsinn und Gleichgültigkeit an dich ge= dächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöfer, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freuden. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, weil ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme, als ein Mühseliger und Beladener, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife im Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das Heil, das du ge= stiftet hast. Ich komme, dir für dein verdienstliches Leiden und Sterben zu danken, mich dir zum Opfer darzubringen und den heiligen Vorfaß zu erneuern, nicht mehr


