Abendgebete.
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Ach, waren es auch nicht äußere böse Thaten, die ich mir zu Schulden kommen ließ, so waren es doch vielleicht verwerfliche Worte, sträfliche Regungen und Begierden; so unterließ ich doch wohl so manches Gute, wozu ich verbunden war und was ich thun konnte. Scham und Traurigkeit erfüllen mein Herz, das sich den Vorwurf machen muß, deine Gnadenerweisungen und Gebote oft vergessen zu haben. Was soll ich anfangen? Ich kann die verlebten Tage und Stunden nicht noch einmal verleben, meine Vergehungen dir nicht wegleugnen und deiner Hand nicht entfliehen.
Aber zu deiner Barmherzigkeit kann ich meine Zuflucht nehmen. Du willst nicht den Tod des Sünders, du freuest dich vielmehr über Jeden, der sich aufrichtig bessert. Auch für mich hast du deinen Sohn in den Tod gegeben und willst mir mit ihm Alles schenken, meine Sünden mir verzeihen und mein gnädiger Gott und Vater sein. Dieser Glaube bringt Ruhe und Erquickung in meine Seele. Stehe ich bei dir in Gnaden, so wirst du mich gewiß auch im Guten weiter bringen, meiner Schwachheit aufhelfen, mir in der Stunde der Versuchung beistehen und mein wahres Heil auf alle Weise fördern.
Wie erheben diese Gedanken meine Seele! wie freudig kann ich mich nun zur Ruhe der Nacht niederlegen und dem Morgen des folgenden Tages entgegensehen! Nun fürchte ich nichts in der Natur, nun schreckt selbst Tod und Grab mich nicht. Du bist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?
n Ich lebe dir, ich sterbe dir,
dein bin ich auch im Tod.
Du, Gott, mein Vater, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. Amen!
6.
Liebreicher, barmherziger Gott und Vater! Mit herzlicher Dankbarkeit und Freude über alle Wohlthaten, die du mir auch heute an Leib und Seele erwiesen hast, beschließe ich


