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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengefaßt; Sonn-, Fest- und Feiertägliche Evangelien und Episteln; Gebete
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114 Jahrgang II. Mariä Reinigung. Matthiä. Mariä Verk.

Am Feiertag Mariä Reinigung.

Evangelium, Luc. 1, 39-45.

Maria aber stund auf in den Tagen und gieng auf das Gebirge endelich zu der Stadt Judä. Und kam in das Haus Zacharias und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geists voll und rief laut und sprach: gebenedeyet bist du unter den Weibern, und gebenedeyet ist vie Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grupes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Undo selig bist du, die du geglaubt hast! denn es wird vollendet werden was dir gesagt ist von dem Herrn.

Am Feiertag Matthiä.

Morgenlection, Jesaias 53, 1-12.

Aber wer glaubt unserer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis, und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt die uns gefallen hätte. Er war der aller­verachtetste und unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so veracht, daß man das Angesicht vor ihm verbarg: darum haben wir ihn nichts geacht. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott ge­schlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen ver­wundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir giengen alle in der Irre, wie Schafe; ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemar­tert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm das zur Schlacht­bank geführt wird, und wie ein Schaf das erstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht ge­nommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er Niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewest ist. Aber der Herr wollt ihn also zerschlagen mit Krank­heit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Bornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der gerechte, viel gerecht machen; denn er trägt ihre Sünde. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben: darum daß er sein Leben in Tod gegeben hat und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat und für die Uebel­thäter gebeten.

Am Feiertag Mariä Verkündigung.

Evangelium, Matth. 1, 18-23.

Die Geburt Christi war aber also gethan: als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholete, erfand sich, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm und