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Heiliges Lippen- und Herzens-Opfer einer gläubigen Seele oder vollständiges Gesang-Buch : enthält in sich die neuesten und alten Lieder des seligen D. Luther u.a. erleuchteten Lehrer unserer Zeit ; zur Beförderung der Gottseligkeit bei öffentlichem Gottesdienst in Pommern und andern Orten zu gebrauchen ; eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen ; Nebst einem geistreichen Gebet-Buch ; mit vermehrtem Sonn- und Festtags-Register versehen / von ... Laur. David Bollhagen
Entstehung
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94 Historia vom Leiden und Sterben JEfu Chrifti.

Da aber PilatusGaliläam hörete, he, einen Mord begangen hatte. fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und das Volt ging hinauf und Und als er vernahm, daß er unter bat, daß er thäte, wie er pflegte. Herodes Obrigkeit war, überjand: Und da sie versammelt waren, ant­te er ihn zu Herodes, welcher in wortete ihnen Pilatus: Ihr habt denselbigen Tagen auch zu Jeru- eine Gewohnheit, daß ich euch ei­falem war. nen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder JEsum, den Kö­nig der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.

Da aber Herodes JEsum jahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei, er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stan­den und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofge­finde verachtete und verspottete ihn, legten ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind.

Bilatus aber rief die Hohenprie­ster und die Obersten, und das Voll zusammen, und sprach zu ihnen: hr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende, und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen feine, der ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und los lassen.

Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volte einen Gefangenen los ge­ben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Ge­fangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Ulebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt gescha­

Und da er auf dem Richtstubl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, ich habe heute viel erlitten im Traum, von seinet wegen. Aber die Ho­henpriester und Aeltesten überre­deten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten, und JEsum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfle­ger, und sprach zu ihnen: Wel= chen wollt ihr unter diesen Zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte JEsum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mitJEsu, den man Christum nen­net? Sie schrieen abermal: Kreu­zige, freuzige ihn! Er aber sprach zum dritten mal zu ihnen: Was hat er denn Ulebels gethan? Ich finde feine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und for­derten, daß er gekreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand.

Da nahm Pilatus JEsum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein