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Heiliges Lippen- und Herzens-Opfer einer gläubigen Seele oder vollständiges Gesang-Buch : enthält in sich die neuesten und alten Lieder des seligen D. Luther u.a. erleuchteten Lehrer unserer Zeit ; zur Beförderung der Gottseligkeit bei öffentlichem Gottesdienst in Pommern und andern Orten zu gebrauchen ; eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen ; Nebst einem geistreichen Gebet-Buch ; mit vermehrtem Sonn- und Festtags-Register versehen / von ... Laur. David Bollhagen
Entstehung
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THA

I. 1. J. A.

Der erste Theil des Gesangbuches,

Morgen-, Abend- und Tischgesänge

enthaltend.

I. Morgengesänge.

1. Mel. Wer nur den lieben. starke Mauern, mein Schild, ch! laß dir, liebster GOtt, mein Schuß, mein festes Zelt.

A gefallen, was meine Will mich mein Sündenfleisch

bestreiten, so steh mir ritterlich zur Seiten.

Dankbarkeit dir bringt; hör' gnädig an mein schlechtes Lallen, das dir mein Herz und Mund jetzt singt, das, bloß allein zu deinen Ehren sich höchsten Fleißes lässet hören.

6. Behüt' mich auch vor solchen Rotten, so von verruchter Falsch­heit sein, die dein und frommer Leute spotten, die einen lieben nur zum Schein; laß mich bei solchen Menschen wandeln, die redlich und aufrichtig handeln.

2. Ich danke dir, mein GOtt, von Herzen, daß du mich die vergangne Nacht vor allem Unfall, Noth und Schmerzen, durch dei­nen Engel hast bewacht und mich mit deiner Hand bedecket, daß mach fein Ungeheu'c erschrecket.

7. Gieb, daß nach solchem Thun ich strebe, damit ich dir, der Obrigkeit und Reinem nicht zu­wider lebe, insonderheit bei dieser Zeit, da Tugend in Verachtung kommen und Falschheit überhand genommen.

3. Laß auch die Sündennacht verschwinden und strahle mich mit Gnade an; laß dich auch heute gütig finden und führe mich auf rechter Bahn. Ach! laß mich doch ja nichts gedenken, was dich, herz­liebster GOtt, mag fränken.

4. Verleih, daß all' mein Thun und Dichten und was ich immer schaffen mag, allein zu dir sich möge richten: daß ich auch diesen ganzen Tag nichts Ungebührlich's vor mag nehmen, deß sich ein frommer Christ muß schämen.

5. Wenn mich der Teufel will belauern, wenn mir die falsche Welt nachstellt, so sei du meine

8. Verleih mir deinen reichen Segen, ich thu auch was ich immer thu; denn hieran ist es mir gele­gen, daß du mir gnädig sprechest zu. Wirst du mir, Vater, dies verleihen, so muß all' Arbeit wohl gedeihen.

9. Denn dir, mein GOtt, hab' ich ergeben mein Herz und meinen ganzen Muth, mein Thun und Lassen, Leib und Leben, mein ganz Vermögen, Hab' und Gut; das wirst du alles vor Gefahren, als mein Beschüßer, wohl bewahren, A 10. Soll