510 Fürbitte für einen Kranken. Gebet in Kreuz und Leiden.
Frucht der Gerechtigkeit zu meinem ewigen Heil gewähren soll. Mache mir auf diesem Krankenlager die Nichtigkeit und Hinfälligkeit alles Irdischen recht fühlbar, und erwecke in mir ein ernstes und eifriges Berlangen nach dem Ewigen und Unvergänglichen. Versüße mir die bittern Leidensstunden durch den Blick freudiger Hoffnung in die Welt, in welcher kein Leid, kein Schmerz und keine Plage mehr sein wird, und wo du abwischen wirst alle Thränen von unsrem Auge. Ja, erlöse mich einst von allem Uebel, und nimm mich auf in dein himmlisches Reich. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
35. Fürbitte für einen geliebten Kranken.
Gott, du bist der erbarmende Vater, vor dem wir allen Kummer, der unser Herz drücket, ausschütten dürfen. Du bist der allmächtige Freund im Himmel, der alle unsere Wünsche erfüllen, alle unsere Klagen und Seufzer stillen kann. Dein Wort ruft uns zu: Betet für einander. Das Gebet der Liebe ist dir wohlgefällig; du selbst haft die Liebe gegen diejenigen, mit denen wir durch Bande des Blutes und der Freundschaft verbunden sind, in unser Herz ge= pflanzt. Der Schmerz der Liebe treibt mich zu dir. Ach, die Liebe fühlt ihre Unmacht, zu retten und zu helfen, so schmerzlich. Aber was unsere Schwachheit nicht vermag, das vermag deine allmächtige Gnade. Bei dir ist kein Ding unmöglich; du kannst überschwänglich thun über alles, was wir bitten und verstehen. Erbarme dich des leidenden Geschöpfes, dessen Anblick mein Innerstes bewegt. Erhöre die Seufzer, die aus der Tiefe eines gepreßten Herzens zu dir emporsteigen. Du bist ein getreuer Gott, du läsfest deine Kinder nicht geprüft werden über ihr Vermögen. Ach laß auch die schwere Prüfung dieses Kranken, für welchen ich deine Hülfe mit heißen Thränen anflehe, ein solches Ende gewinnen, daß er sie zu ertragen vermöge. Es ist mir bange um Trost; tröste du mich durch deine Hülfe. Es ist dunkel in meiner Seele; laß leuchten dein Angesicht. Eine schwere Last von Sorgen drückt mein Herz; nimm du sie von mir. Gedenke des schmachtenden Kranken nach deiner großen Barmherzigkeit, gedenke meiner Liebe, mein Gott, am besten; siehe an meine Angst und errette mich aus meiner Noth. Herr von unendlichem Erbarmen, erbarme dich unser! Amen.
36. Gebet in mancherlei Kreuz und Leiden.
Gott, dessen Barmherzigkeit kein Ende hat, dessen Güte alle Morgen neu wird: siehe, ich trete vor dein Angesicht und schütte meinen großen Kummer vor dir aus. Mein Elend ist dir bekannt, meine Seele ist betrübt, mein Geist ist geängstet, und schweres Leiden drückt mich. Ich sehe mich um nach Helfern, und finde keinen;


