Druckschrift 
Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den ehemals kurhessischen Landen : [nebst] Der Kleine Catechismus Herrn D. M. Luthers [und] Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1. Von Gott.

mich, daß ich mich nicht mit bangen sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit zuversicht Mein wohl und weh befehle, Und findlich auf dich traue.

8. Gott, du bist beilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der beiligkeit Mit rechtem ernst befleiße, Nachiage der rechtschaffenheit, Unddeine wege preise, So wunderbar sie scheinen.

9. Du bist sehr gnädia, gott, und gut. Vergiebst die schuld dem fünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner finder: Laß reichen trost, von deiner huld, In meine seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder rub genießen, Und dann vorsichtig handeln.

9 laufbahn eilet, Und wie durch beide tag und nacht der erde Regieret werde.

5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, Und unverrückt jahr­tausende bestanden? Kannst du der gottheit daseyn, kraft und wesen nicht darin lesen?

6. Sieb, mensch, du edler unter freaturen! Sieb an dir selbst der gottbeit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott mißkennen?

10. Gott, dessen wahrbeit stets be­stebt: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergebt, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du dräuest: Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden.

8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt.

9. Du fagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für sein güte?

10. Im wohlstand tropig, zagbaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erben, Machst gold zum trost, hälist fleisch für deinen retter; Elende götter!

11. O bilf uns, gott, doch deinen heil'gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen.

12. Laß uns dein wort den weg der wahrbeit lebren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du

5. uns erheben,

11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde seßze: Er­freu' ich mich darüber mehr, Als über alle schätze: Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. oder: Eigene Melodie.

st auch ein gott? wer darf

7. O sünder! frag das nagende gewissen: Ist denn ein gott? o fübl doch in den bisfen, Tic du empfindest, fühl bei böser sache Den berrn der rache.

man nicht laute stimmen, die es Bei dir zu leben. sagen? Es zeigen schrift, vernunft und treaturen, Der gottheit spuren!

Mel. Wach auf, mein herz 2c.

2. Sich um dich ber, fich himmel, 6. gott, aus deinen werken

Kann ich dein daseyn mer­länder, meere; Sieb der geschöpfe fen; In allen treaturen Find ich unzählbare heere! Schließ von dem der gottheit spuren. bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister.

3. O! sieb hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren freisen drehen, Und von der babn, ibr jahrs­ziel zu erreichen, Kein baarbreit weichen.

2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt du ebren!

4. Sieh! wie die sonne jabr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine

3. Wer sprach es, daß die erbe, Und daß der bimmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung wäre?