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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche der Reformirten Gemeinden in Kurpfalz
Entstehung
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Andachten und Erweckungen

handlen, und in unserm ganzen Verhalten deinen Wil len gerne thun. Seegne dazu all unfer Beten und Sins gen und jede Wahrheit deines Worts, und jede kråf tige Auffoderung deines göttlichen Evangeliums. Una terstüße, stårke du selbst unfern Geift, o Gott, wenn er sich zu dir zu erheben bestrebet; ziehe du selbst unfre Herzen ganz zu dir, laß uns unsre seeligen Verbina dungen mit dir immer besser erkennen, immer inniger fühlen, und denfelben immer gemässer denken und hans deln. Lehre uns die Würde und die Seeligkeit der Ans dacht so einsehen und empfinden, daß wir sie verehs ren und lieben lernen, und des Genusses ihrer Freuden immer fähiger werden. Amen.

Pf. 5,8. Ich will in dein Zaus gehen auf deine groffe Güte, und anbeten in deinem heiligen Tempel in deiner Surcht.

6. Demüthigung vor Gott bey dem Anden­ken an Versündigungen, und an einem Bußtage.

W

Spr.Sal.28,15. Wer seineWissethat läugnet, dem wirds nicht gelingen; wer fie aber bekennet und laßt, der wird Barmherzigkeit erlangen. enn ich, o Gott, mit deinen liebreichen Befehlen meine Gesinnung und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so sagt mir es mein eigen Gewissen, daß ich vor dir nicht unschuldig bin. Und wie könnte ich vor Dir meine Uebertretungen verbergen, der du das innerste meiner Seele kennest, alle meine Wegeweißt und mich so siehest, wie ich in der Wahrheit beschaffen bin. Ich habe freilich noch so manchesmal, mein Gott! mir das erlaubt, was dir doch nicht gefallen kann, und ſo häufig gerade das versäumt und unterlassen, was ich nach deinem guten Willen, selbst zu meinem eig, nen Besten, hätte thun follen. Mit inniger Beschä mung