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herwühlen die mit uns waren, in einem Hause mit uns wohnten an einem Tische mit uns aßen
ach wie viele von diesen hat der unerbittliche Tod von unserer Seite geviffen! die brünfiigen Gebete, die wir jetzt für sie zu dir o Gott! fchicken, ach diese selbst führen den schauervol len Gedanken mit sich: sie sind nicht mehr und auch wir werden bald nicht mehr seyn: nicht mehr an der schönen Sonne uns fregen, nicht mehr die strohenden Früchte der Erde genießen, nicht mehr an den geselligen Freuden unserer Mitbürger Theilnehmen. Sie verschwanden vor unsern Augens wir fassen sie nur noch mit unserem zärtlichen Andenken, die wir nicht mehr haben; auch wir werden vor den Augen der Lebenden verschwinden, und die Seufzer, die sie uns nachschicken, werden auch ihnen ohne Unterlaß wiederholen, daß wir nicht mehr sind; daß fie selbst bald nicht mehr seyn werden!
So fürchterlich aber diese Todesgedanken scheinen mögen so schwer auch auf uns das Aus Ana denken an unsere Verweslichkeit liegt, so ist es doch vortheilhafter, eine traurige Wahrheit df ters zu beherzigen als uns durch falsche Hoff nungen zu täuschen, und das kurze Ziel unseres Lebens durch erkünstelte Träume der Sorglosig teit vor unfern Augen zu verhüllen. bodo
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In diesen Absicht, o mein Gott! komme ich auch heute in dieses Haus der Trauer; Ernst
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