44
Nächsten zu nutzen, und voll freudiger Hoffe nung an meinem und seinem zukünftigen Glücke, durch einen vernünftigen Gebrauch des Gegenwärtigen, durch eine gewissenhafte Erfüllung meiner Berufspflichten, zu arbeiten. Es fehlte mir an nichts, was mich in Stand feßen Sonnte, diesem meinem Berufe Genüge zu teisten. Ein gesünder Leib, ein munteres Gemüth, Unterhalt und Bequemlichkeit sind Vorzüge, welche ich heute vor Tausenden und abermal Tausenden genoffen habe. Allein wie benüßte ich alle diese Güter? Ach jetzt fällt es mir zum ersten Male bey, daß ich heute der glückliche Besiker so großer Schäße war. Unempfindlich für mein heutiges Glück habe ich, voll geschäftiger Unruhe, für ein morgendes gesorgt, von dem ich nicht weiß, ob ich es erleben werde, aber gewiß bin, daß ich es, ( wenn ich morgen nicht besser als heute denke) eben so wenig wie das heutige verdienen werde! Deine Hand, o gütigster Gott! war heute gegen einen Undankbaren und Unempfindlichen freygebig. Ich habe mich deiner Wohlthaten ganz unwürdig gemacht, da ich sie nicht gebraucht ja gar mißbraucht habe! Kränkender Gedanke, der mein In nerstes mit den schmerzlichsten Vorwürfen zerreisfet! Darf es mich nun noch wundern, wenn mich die Erinnerung des Todes schrecket? Kann ich wohl, ohne Verwirrung, an eine Zeit denken, wo du, o gerechter Gott! strenge Rechenschaft von
Found
—


