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lischenBaters erhalten habe, mir lebhaft vor Augen zu stellen. Da sehe ich mich denn ungleich reicher und glücklicher, als ich bisher geglaubt habe? ich finde mich unendlich reich und glücklich in der Ueberzeugung, daß mein Vater der Herr der Welt es mir an keinem wahrhaft Gue ten je fehlen lassen könne. Mit Freuden genieße ich nun das mich umgebende Gute, und voll gött lichen Antriebes verbreite ich auch um mich her Wohlfahrt und Glückseligkeit, nach allen meinen Kräften.
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Diese Gedanken und Empfindungen sind die Seele des Gebetes; das heißt sein Gemüth zu Gott erheben, sich mit Gott unterhalten, mit Gott reden oder beten.
Da man sich aber die Vollkommenheiten Gotz tes und unsere Verhältnisse zu denselben auf vers schiedene Weise vorstellen kann: so bekömmt das Gebet auch verschiedene Benennungen.
Wenn ich mir die Größe und Erhabenheit Gottes lebhaft denke, meine Niedrigkeit mit dem Unendlichen vergleiche, meine und aller Geschöpfe Abhängigkeit von dem Allmächtigen Alleinherrscher empfinde; wenn ich dann Ehrfurcht gegen ihn fühle, und den ernstlichen Entschluß


