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Gebete, welche man bey viclen Christen- felbft bey Volkslehrern antrifft! Da uns fast nichts so geläufig ist, als das Beten, wozu wir schon in unserer ersten Jugend angehalten werden; und da man uns den halb wahren, und halb falschen Grundsat tief eingeprägt hat, daß beym Gebete alles auf eine gute Meynung ankomme- so hålt es schwer, das Fehlerhafte in unsern Gebeten nur zu bemerken, noch schwerer, es zu verbessern. Indessen werden die seligen Wirkungen der Religion Jesu, und ihr mächti ger Einfluß auf das ganze Verhalten des Mens schen durch nichts so sehr gehemmet, als durch die Mängel des Gebetes, durch die verkehrs ten, vernunft und bibelwidrigen Vorstellun gen, welche wir uns von dem höchsten Wes sen und unsern Verhältnissen zu ihm, machen. Darum wird eine kurze Abhandlung, worinn ges meinverständlich erklärt ist, was beten heiße, wie und um was, man beten und nicht beten müsse, was das Gebet für eine Kraft habe? u. s. w. hier nicht am unrechten Orte stehen; ja es wird gewiß von großem Nußen, und durchaus nöthig seyn, diese Abhandlung, ehe man noch einen Blick in das Gebetbuch selbst
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