1767
Vorrede.
Man
an hat schon oft die Frage aufgeworfen, warum die christliche Religion nicht so viel Nugen stifte, als sie, gemäß ihres Zweckes, und ihrer Vortrefflichkeit stiften sollte und könnte?- Das Evangelium Jesu Christi ist so reine, so heitere Wahrheit; und doch so viel Irrthum ſo viel Aberglauben in den Religionsbegriffen der Verehrer desselben! Die christliche Sittenlehre ist dem in uns wohnens den Sittengesetze, den Bedürfnissen, den Wüns schen des menschlichen Herzens, so ganz anges messen; sie knüpft, durch Bruderliebe, das Band der bürgerlichen Gesellschaft so enge und so sanft zusammen; sie ist für jeden Menschen, in jedem Stande, und in jeder Lage, eine unerschöpf liche Quelle des Unterrichts, des Trostes, der Freude, der Beseligung und doch
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