An einem Begräbnißtage 0
Abend 8.
Wie die Blätter von den Bäumen fallen, ris. Seht, so fällt die Menschheit hin zu Grab. Täglich blickt der Mond auf neue Hügel, 2 Auf erblaßte Leichname herab.
Immer schlägt die ernste Todtenglocke, Ewig rinnt des Lebens Sanduhr hinz Täglich wehen schwarze Leichentücher Um die Wehmuth, um den Menschen sinn. Herr des Lebens, es gescheh dein Wille, Wenn der stille Friedensbote ruft; Herr des Todes, deine Liebe waltet Von der Wiege bis zur Todtengruft. Ist der Traum des Lebens hingeschwunden, Beiget fich kein goldner Morgensaum, Sinken wir ins alte Nichts zurücke; Nun es war ein großer, schöner Traum. Dank dir, Vater, für die Lebensstunde Für der Tugend heilgen Ehrenkranz, Für der Wahrheit mächtige Gefühle, Für der Hoffnung stillen Abendglanz. Doch es ist noch eine Ruh vorhanden!


