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AN
Sonntag Abend.
Lobe deinen Schöpfer, meine Seele,
Und vergiß nicht, was er dir gethan. Bater, deine Erde ist umhüllet, Doch der Himmel ist mir aufgethan. Wer kann durch die tiefe Ferne schauen, Wo die letzte deiner Welten steigt?
Wo die Schöpfung und der Raum sich endet, Wo das Leben und die Freude schweigt? Ach! unendlich liegt das Reich der Wesen, Deine Schöpfung, vor mir aufgethan; Und du bist ein groffer Gott der Liebe, Mehr, als ichs begreifen, ahnen kann. Ruhe sinkt von deinen Wolken nieder, Feyernd steht der Tempel der Natur, Und der Himmel brennt mit allen Sternen, Alles trägt der groffen Liebe Spur. Dank dir, Vater, der zum Erdenleben Uns ein mildes Licht vom Himmel gab Einen Schimmer, der zur Ruhe leitet, Sanft und freundlich, bis ans stille Crab; Eine Freundin, die den Sünder tröstet Und sich liebend zu dem Frommen neigt;


