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Christliches Gesang- und Gebetbuch für die öffentliche und häusliche Gottesverehrung : zum Gebrauche der Evangelischen Gemeinden im Eisenburger Komitate
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gleich haben können, daß das, was mir gefallen würde, auch Andern gut seye.

Und wenn auch manches Mal wenig zu verdienen ist, so laß mich lieber mit Wenigem vorlieb nehmen, als müßig gehen und troßig seyn, wodurch ich ja mir selber den größten Schaden thun würde. Wios

buh Ist aber der Verdienst reichlich, so laß mich nicht über­müthig und verschwenderisch werden, sondern es mit Dank an­nehmen, alles zu Rathe halten, und wohl überlegen, daß auch wieder eine Zeit kommen könne, wo es weniger zu verdienen gibt, daß ich auch krank werden, oder sonst in eine Noth kom­men könne, wo es mir gut zu statten kommen würde, wenn ich etwas erspart hätte.

Ich will kein Augendiener seyn, der sich nur angreift, wenn man ihn bemerkt, sondern um Gottes und um meines ei­genen Gewissens willen überall, auch ungesehen, recht thun. Sollten auch meine treuen Dienste nicht recht erkannt, und nicht nach Verdienst belohnt werden, so will ich doch darum nicht saumselig oder verdrossen werden; denn was ein Jeg­licher Gutes thut, das wird ihm von dir, o Gott, vergolten werden.duse

Wenn Andere, die mit und neben mir arbeiten, untreu und unfleißig sind, so will ich ihnen freundlich zureden, und ihnen mit meinem guten Erempel vorangehen. Aber verkleinern will ich Niemand, noth weit weniger auf diejenigen ärgerlich und tückisch werden, die bessere und gewissenhaftere Arbeiter sind; ich will vielmehr von ihnen lernen, und sie nachahmen. Wenn aber der Herrschaft Nußen darunter leiden sollte, daß Andere das Ihrige nicht recht thun, oder untreu sind, so foll mich auch keine Menschenfurcht davon abhalten, es gehörig an­zuzeigen; denn ich würde mich ja ihrer Sünden theilhaftig ma­chen, wenn ich dazu stille schwiege. sim ged drom

Da überhaupt in der Arbeit ein großer Unterschied ist, und ein verständiger Arbeiter weit besser zu gebrauchen ist, als ein unverständiger, so will ich beständig darauf denken, wie ich ges schickter und brauchbarer werden möge. Den Geschickten hält man werth, den Ungeschickten aber Niemand begehrt.

Ach, mein Gott, hilf mir dieses alles vollbringen. Du wirst mich dereinst zur Rechenschaft ziehen, wie ich meine Zeit