Druckschrift 
Christliches Gesang- und Gebetbuch für die öffentliche und häusliche Gottesverehrung : zum Gebrauche der Evangelischen Gemeinden im Eisenburger Komitate
Entstehung
Einzelbild herunterladen

151

Sünden und Unrecht hüten, weil wir dadurch nicht nur uns, sondern auch unsere Kinder ins Verderben stürzen würden. Und so iste auch desto mehr unsere Schuldigkeit, daß wir Gottes Wege gehen, weil wir dadurch nicht nur uns selber, sondern auch unsere Kinder glücklich und selig machen.

InWir hoffen zu dir, gütiger Gott, du werdest Gnade ges ben, daß sich unsere Kinder an alles das Gute gewöhnen, das sie bey uns sehen, ohne daß wir nöthig haben müssen, sie be­ständig mit harten Worten oder Schlägen zu strafen. Du er­laubst uns, du großer und majestätischer Gott, daß wir dich unsern lieben Vater nennen dürfen, und bist so gütig und liebs reich gegen uns, die wir doch nur Staub und Erde sind. Du strafft uns nicht nach der Strenge, sondern züchtigest uns mit Liebe und Sanftmuth. Wie könnten wir denn hart und un­barmherzig mit unsern Kindern verfahren, die doch unser Fleisch und Blut sind? Und was könnte es denn auch helfen, wenn wir sie mit harten Strafen zum Gehorsam und zum Guten ziehen wollten, wenn wir selber ungehorsam gegen unsere Vors gefeßten wären, und zum Guten keine Lust hätten?

Aber gleichwie du, weiser Vater, kein Wohlgefallen am Unrechte haft, uns nicht gibst, was uns schädlich ist, und die Einrichtung gemacht hast, daß die Strafe der Sünde auf dem Fuße nachfolgt: so laß es uns auch in der Kinderzucht machen, daß wir keine Untugenden an ihnen dulden, ihnen nicht ihren bösen Willen gestatten, daß wir ihre Fehler nicht ungeahndet hingehen lassen, und daß wir damit gleich bey den jungen Kine dern anfangen; denn wie ein Baum, wenn er noch jung ist gezogen werden muß: so müssen auch Kinder in der zarten Ju­gend zum Gehorsam und zum Guten angewöhnt werden.

R

Von dir, o Gott, kommt Glück und Segen, darum ist die Frömmigkeit der Weg zur wahren Wohlfahrt. Wir wol­len daher unsere Kinder durch unser Erempel und durch liebreis che Ermahnungen angewöhnen, zum Gebete, zum Vertrauen auf dich, und daß sie dein Wort lieben lernen. Da wir aber nicht immer auf sie Achtung geben, und sie auch andere nüßliche Dinge nicht lernen können, so wollen wir sie zur Schule anhal­ten. Zwar würden sie uns oft sehr nöthig thun, und das Schulgeld wird manchem sauer; aber sollten wir sie nicht lie­ber einige Stunden lang missen und Schulgeld für sie bezahlen, als sie in der Unwissenheit aufwachsen lassen, daß sie dann nicht