298
Getstreiche und andächtige
Du läsfest das Getreide wohl gerathen, baueft das Land, segneft sein Gewächse, krönest das Jahr mit Deinem Gut. Wir, Deine Kinder, danken Dir von Grund unserer Herzen, daß Du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht, es reich gemacht, und das Getreid wohl lassen gerathen, und dieß Jahr mit Deinem Gut gekrönet, daß Du uns gegeben Früh- und Spatregen zu rechter Zeit, unsere Ernte treulich behütet, und dieses Jahr einen reichen Feldsegen von allerlei Früchten bescheret hast. Ach Herr! wer sind wir, daß Du unser so gedenFest, und Dich unser so getreulich annimmst? Wir haben den Fluch verdient, und Du gibst uns den Segen? Wir haben Deiner Gaben und Güter mißbraucht, und Du schenkest uns dennoch so viel Gutes und Barmherzigkeit? Uch Herr! wie können wir solches genugsam rühmen und preisen. Wir erkennen hier an Deine väterliche Güte, rühmen, loben und preisen dieselbige, und bitten Dich herzlich, Du wolleft sie um unsers Undanks willen, nicht von uns wenden, sondern uns noch ferner segnen, und zu dem, was Du uns bescheret, auch Dein göttliches Gedeihen geben, daß wir dieses Jahr unser nothdürftiges Auskommen davon haben; auch zu Deines Namens Lob und Ehre und unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt er: sprießlich gebrauchen und anlegen mögen. Und weil wir jetzt an der Arbeit sind, das Feld auf das künftige Jahr zu bestellen, und zu besäen, so wollest Du auch dazu gutes, gedeihliches, warmes und trockenes Wetter, und zu unserm Pflanzen und Begießen Dein


