1
Vorrede.
V
Es ist das gegenwärtige erbauliche und geistreiche
Gebetbuch, welches andächtigen Betern auf das Neue in die Hände geliefert wird, viel zu bekannt, als daß es erst nöthig wäre, dasselbe in einer weitläufigen Vorrede anzupreisen. So wenig in unsrer Kirche an Sammlungen andächtiger Gebete auf alle Fälle ein Mangel ist, so richtig ist es auch, daß diese Schmolckische Andachten, die den Namen dieses frommen Priesters, wie seine übrigen Werke bei allen guten frommen Herzen unvergeßlich gemacht haben, einen gar großen Vorzug verdienen. Denn nicht zu gedenken, daß er bei dieser Arbeit, die ihm besonders eigen gewesene Gabe der Dichtkunst, auf eine erbauliche Weise anzuwenden gewußt habe; so wird ein Jeder, der mit den Worten desselben betet, an sich erfahren, daß er mit derjenigen Salbung geschrieben habe, die nsthig ist, wenn das Opfer unfrer Lippen, nach dem Herzen Gottes sowohl als nach unserm eigenen Herzen eingerichtet seyn soll. Statt aller Beweise aber, daß diese Morgen und Abend. andachten, vor andern Sammlungen dieser Art, jederzeit außerordentlich beliebt gewesen sind, können die verschiedenen Auflagen dienen, die man, seitdem dies ses Buch das erstemal bekannt gemacht worden ist,
2


