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Dresdner Gesangbuch, auf höchsten Befehl herausgegeben : mit königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
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Allgemeine Betstundengebete.

vermehre den Wohlstand desselben. gehn, vornämlich aber mit Weis: Entferne von ihm die Schrecken heit und Erkenntniß, mit Glaus bes Krieges, die Plagen der ben und Tugend, mit Ruhe und Theurung, die Gefahr anstecken- Zufriedenheit, mit Trost und Hoffe der Krankheiten, Feuers- und Was nung des ewigen Lebens, daß unfre sersnoth, und die noch größern Gemeinde eine Gemeinde sei, und Uebel des Unglaubens, des Lasters es immer mehr werde, die heilig und der Gleichgültigkeit gegen ist und unsträflich, reich an Früch Religion und Gottesdienst. Dein ten der Gerechtigkeit, die durch Gegen befördere das Gedeihen der Jesum Christum geschehen, zur Wissenschaften und Künste, der Ehre und Lobe Gottes. Erleuchte Handlung, des Land- und Berg- die Unwissenden, bekehre die Sün­Baues und alles gemeinnüßigen der, bessere die Lasterhaften, stärke Gewerbes. Deine Gnade verherr- die Schwachen, befestige die From­liche sich an allen Eltern, daß ihre men, tröste die Traurigen, erbarme Kinder gedeihen zu deiner Ehre, dich der Wittwen und Waisen, der zum Besten des Reiches Jesu, Verlassenen und Hülflosen, der zum Segen der Welt und der Nach- Schwachen und Kranken unter welt. uns; hilf allen Sterbenden, und führe sie, führe uns alle zur Se: ligkeit des ewigen Lebens.

Dir, dem Alleinweisen, dem Höchst= gütigen und Barmherzigen, dem Ewigen und Unvergänglichen, dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, sei Preis, und Ehre, und Anbetung und Dank jegt und zu immerwährenden Beis

Unsre Gemeinde mit allen ihren Gliedern, laß deiner segnenden, schüßenden und erfreuenden Güte immerdar befohlen sein. Segne Vorgesepte und Untergebene, Leh­rer und Zuhörer, Eltern und Kinder, Hausväter und Hausmüt: ter, Urme und Reiche; segne sie Alle, o Vater, mit allem wahren, geistlichen und leiblichen Wohler= ten! Amen.

Allgemeine Betstundengebete.

Gott, gnädiger, barmherziger Vaz ter, reir erkennen es mit Reue und Beschamung, daß wir deine heiligen Gefeße oft und mannichfaltig über treten, daß wir von Jugend auf viel Böses begangen, viel Gutes unterlassen haben. Und wie vieler Vergehungen und Fehler in Ge danken, Worten und Werken müse sen wir uns noch immer vor dir anklagen! Ja, wir sind Sünder, die durch ihre Sünden sich selbst elend und unglückselig, deines Wohlgefallens unwürdig und deis ner gerechten Strafen schuldig ge= macht haben. Das verursacht uns Schmerz und Kummer, das be reuen wir vor dir, dem Alwissen den, Heiligen und Gerechten.

Doch du bist gnädig und barm­herzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du hast deinen eingebornen Sohn, Jesum Christum, gesandt in die Welt, die Sünder selig zu machen, und um seinetwillen allen Gläubigen und Bußfertigen Gnade und Ver­gebung der Sünden verheißen. In demüthigem Vertrauen auf dieſe deine Gnade und Erbarmung kom­men wir gemeinschaftlich zu dir und bitten herzlich und inbrünstig: vergieb uns, ach vergieb uns alle unsre Sünden um Jesu Christi willen. Verwirf unsre Reue, un sern Glauben, unser Verlangen