Druckschrift 
Dresdner Gesangbuch, auf höchsten Befehl herausgegeben : mit königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Allgemeine Kirchengebete.

454

fes. Und wer dem Vaterlande dies: net; wer etwas von den Geschäf­ten und Angelegenheiten desselben in den Händen hat; wer auf die Aufrechthaltung der Ordnung und Zucht, des Rechts und der Berech­tigkeit, der Sicherheit und Wohl­fahrt einen Einfluß äußern soll; wer die Bestimmung hat, für Kös nig und Vaterland Blut und Le ben zu wagen; der sei ein Gegens stand deiner väterlichen Huld, den beseele dein Geist mit Weisheit, Muth und Kraft, den begleite dein Segen bei Allem, was zum gemeis nen Besten von ihm geschieht. Was aber den Wohlstand des Vaterlan= des stören kann, die Uebel des Kriegs und der Theurung, anste= cender Seuchen und allgemeiner Landplagen, wende von ins ab, so weit es deine Weisheit rathsam findet, und die Ordnung des Gans zen es verstattet. Gedeihen laß dagegen Alles, was unsern Zustand verbessern und verschönern kann; zu Quellen des Wohlstandes mache unsern Bergbau, unsern Handel und den Anbau unsers Landes, und hilf, daß unser Vaterland nie auf höre, ein Wohnsig gründlicher Wis­senschaften, nüßlicher Künste, re­ger Betriebsamkeit und erfinderi­scher Thätigkeit zu sein.

Erzeige auch allen übrigen Län­dern Gutes, und laß alle Regenten auf Erden, vom Geiste des Fries dens beseelt, mächtige Beschüßer des Rechts und der Gerechtigkeit, und Bäter ihrer Völker werden.

ter uns. Erleichtere insonderheit allen Vätern und Müttern die Vers sorgung derer, die du ihnen anvers traut hast; gieb Gedeihen zur Ers ziehung unsrer Kinder, und laß eine glückliche, dir geweihte Jugend unter uns emporblühen. Und das mit es nirgend an dem Nöthigen fehle, so schenke jeder pflichtmäßis gen Anstrengung, jedem redlichen Fleiße, jedem nüßlichen Gewerbe einen glücklichen Fortgang; laß Je= den die Früchte seiner Arbeitsam keit genießen und seines Lebens froh werden. Laß die Quellen deines Segens in der Natur mit milder Ergiebigkeit für uns fließen, und. uns Allen gewähren, was wir zu unserm Besten nöthig haben. Und da wir, so lange wir im Staube leben, von dem Ungemach der Er­de nicht frei bleiben können, so laß uns nie versucht werden über unser Vermögen, sondern erbarz me dich aller Leidenden, tröste alle Traurigen, nimm dich aller Vers laßnen an, hilf den Unterdrückten, und trockne die zahllosen Thränen, die wir nicht zu trocknen vermögen; den Sterbenden endlich erleichtere den legten Kampf, und hilf ihnen aus zu deinem himmlischen Reiche!

Dir, dem Vater der Barmhers zigkeit, und deinem Sohne, Jesu, und dem heiligen Geiste, sei An= betung, Preis und Ehre von nun an bis in Ewigkeit! Amen.

III.

Dank dir endlich,

ter, daß du ſelbſt die zartesten al- Herr, den Alle, die dich kennen,

ler Bande, die Bande des Blutes und der Verwandtschaft, des Wohl= wollens und der Liebe, um unsre Herzen geschlungen, und uns in häusliche Verhältnisse und engere Verbindungen gebracht hast. So flehen wir denn zu dir für Alle, die uns als Gatten und Kinder, als Eltern und Versorger, als Vera wandte und Freunde, als Hausge: nossen und Bekannte theuer sind. Ein Gegenstand deiner Alles beglüks kenden Huld sei jede Familie un­

mit Freuden und Bewundrung an beten, auch wir erheben unsre Herz zen zu dir mit kindlicher Zuvers sicht. Dich verehren wir mit Dank und Freude, als unsern Gott und Bater, durch den wir sind und bes stehen, der Leben und Wohlthat an uns thut, dessen Aufsehn un= fern Ddem bewahret. Dir verdan­ken wir alles, was wir sind und haben; und was sind wir nicht durch dich, was haben wir nicht von dir, der du uns von Ewigkeit