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Dresdner Gesangbuch, auf höchsten Befehl herausgegeben : mit königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
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and Communionandachten.

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wieder zu lieben. Er hingegen bes trachtet mich als sein Kind, weil ich glaube an den Namen seines Sohnes, nimmt mich als sein Kind an seinen Tisch und in sein väterli­ches Herz auf, und läßt mich das Glück genießen, ein Kind Gottes zu sein.

Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit allen seinen Kindern auf Erden und im Himmel, mit allen Bekennern Jesu, zähle mich zu der Gesellschaft innigst verbundner Freunde und Liebhaber Jesu, bekenne mit ihnen Einen Va= ter und Einen Heiland, halte mich und sie für Kinder dieses Vaters, für Erlösete dieses Heilandes, für Brüder und Schwestern Jesu, für Glieder Einer Familie, für Mit gefährten eines und eben deffelben Weges zu einem und eben demselben 3iele, für bestimmte Erben einer und eben derselben Seligkeit. Ich fühle mich mit ihnen von einem und eben demselben Gefühle der Schwachheit und Sündhaftigkeit durchdrungen, erkenne mich mit ih­nen für Sünder, die verloren was ren, denen aber Barmherzigkeit wiederfahren ist, nahe mich mit ih nen zu dem Heilande der Sünder und tröste mich seiner Gnade. Ich erkenne und empfinde aber auch unsre gemeinschaftliche Verpflich tung gegen ihn, verbinde mich mit ihnen unter dem Genusse seines Lei bes und Blutes zu Einem Sinne und Leben nach seinen Vorschriften und seinem Muster, entsage allen Sünden, allem Hasse und Neide, verspreche es Jesu, und nehme Alle, die gegenwärtig sind, zu Zeugen dies ses Versprechens: ihn, meinen größten Freund und Wohlthäter, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften zu lieben, die Menschen zu lieben, als Kinder Eines Baters, als Erlösete Gines Mittlers, als Brüder und Schwes stern Eines Bruders, als Erben Einer Seligkeit, selbst meine Feinde zu lieben und ihnen zu vergeben, gleichwie er mir vergeben hat.

Hier erneure und unterhalte ich endlich meine Gemeinschaft an dem Heile und der Geligkeit, die Je sus durch sein verdienstliches Leis den und Sterben der Welt erwor= ben hat. Ich feire das Fest der durch ihn gestifteten Seligkeit der Menschen, freue mich Gottes meis nes Heilandes, tröste mich deß, daß Christus auch für mich zur Berge= bung der Sünde gestorben, daß er auch mein Mittler und Versöhner, mein Heiland und Seligmacher, mein Herr und König ist. Ich freue mich der Macht und Gewalt, die ihm der Vater gegeben hat, und versichere mich deß: daß ich unter seiner Aufsicht stehe, daß ich durch ihn lebe und sterbe, daß er mich mit großer Liebe durch alle Verände­rungen im Leben und Sterben, in dieser und jener Welt leiten, daß er mich einst zu sich nehmen und dort von einer Stufe der Vollkom= menheit und Seligkeit zu der andern führen wird. Ich denke an diese Seligkeit, verseße mich im Geiste in das zukünftige Leben und fühle mich von himmlischer Wonne durchdruns gen.

Kann wohl aber dieses Alles ohne großen und mannichfaltigen Nußen für mich sein? Kann ich je dieses heilige Nachtmal feiern, ohne durch jede Feier desselben im Glauben stärker, in der Tugend fester, in der Liebe brünstiger, in Noth und Tod getroster, ohne besser, ruhis ger, zufriedner und seliger zu wers den?

Dank, ewiger Dank sei dir, uns serm Heiland und Seligmacher, daß du dieses heilsame Mal gestiftet und dich auch dadurch um unser Ges schlecht so verdient gemacht hast. Lehre mich, lehre alle deine Bekens ner den hohen Werth desselben im­mer mehr erkennen, es immer höz her schäßen, immer würdiger ge= brauchen, und laß uns Alle aus eigner Erfahrung inne werden, wie heilsam und segensreich dein Abend­mal sei. Amen.