Communionandachten.
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kommen selig machen kann. Wel che Wunder der Barmherzigkeit und Gnade, welche Beweise einer alle unsre Verdienste, alle unsre Vors stellungen übersteigenden Liebe! Wer kann sie rühmen, fassen, ers messen, wer dir den Dank, die Ehre und das Lob geben, das dir gebühret! O möchte mein ganzes Herz von Dank und Freude über deine Liebe und die Liebe deines Sohnes überfließen; möchte ich es ganz und vollkommen empfinden, wie sehr du uns geliebet haft und wie selig wir durch deine Liebe find; möchte doch das insbesondere auch jest geschehen, da ich das Gedächtniß dieser deiner Liebe und der Liebe Jesu Christi durch die Feier seines heiligen Nachtmals crneuern will!
ein Fest der Liebe seines himmlis schen Vaters, der die Welt also geliebet hat, daß er seinen einges bornen Sohn gab, ein Fest der Liebe Jesu und alles dessen, was er aus Liebe ehedem gethan hat, noch thut und künftig thun wird; insbesondere aber ein Fest seines Versöhnungstodes, durch dessen wiederholte Feier die Wahrheit unaufhörlich erneuert, von Ges schlecht zu Geschlecht fortgepflanzt und bis ans Ende der Tage erhal ren werden soll, die große und dem ganzen menschlichen Geschlechte unendlich wichtige Wahrheit: daß Je= sus Christus gestorben ist für die Sünden der Welt, und daß in keinem Undern das Heil, und daß kein anderer Name den Menschen gegeben ist, darinnen sie können selig werden, denn allein der Name Jesu. Es ist ein Dankfest für seine Wohlthaten, die wir schon jest genießen und künftig erwar: fen. Es ist ein Gedächtnißfest der Erlösung des menschlichen Geschlechts durch Christum, der Errettung desselben von der Sünde und dem Tode, und der Wiederherstellung desselben zum Leben und zur Unsterblichkeit; ein Gedächtnißfest unsrer gegenwärtigen und zu künftigen Seligkeit, ein Freudenfest über unsre Seligkeit durch Je= sum.
Wie wichtig, wie heilig, wie tröstlich muß mir nicht dieses Ges schäfte sein. Ja wenn ich ein Christ bin, wenn ich es in der That und Wahrheit bin, so muß mir die Feier des Nachtmals Jesu eine sehr wichtige Handlung, eine sehr angenehme und beseligende Beschäftigung sein, die ich nie oft genug wiederholen kann. Es ist ein Fest, das er, unser Herr und Heiland, ſelbst stiftete, wodurch er sich dem Andenken seiner Jünger und aller seiner nachfolgenden Bekenner em= pfehlen und sein Gedächtniß auf Erden unvergeßlich machen wollte. Und ist es Jesus nicht werth, Es ist ein Gedächtnißfest Jesu, daß wir ihm ein solches Fest feides großmüthigsten Freundes, des ern? Hat er es nicht verdient, ungrößten Wohlthäters, des mächtig- ser gerührtestes Andenken, unfre sten Erretters, des höchsten Be- innigste Liebe, unser höchstes Verförderers der Glückseligkeit unsers trauen, unsern willigsten, freudig: Geschlechts, der mehr für uns ge- sten Gehorsam, unsre ewige Dankthan, gelitten und aufgeopfert barkeit, das Andenken, die Liebe, hat, und noch jest für uns thut, das Vertrauen, den Gehorsam, und künftig thun wird, als nie die Dankbarkeit unsers ganzen ein Freund und Wohlthäter der Geschlechts? Was wären wir ohne Menschen gethan hat, und thun Jesum, was würden wir sein, ohne kann. Es ist ein Jesusfest, das ihn? was sind wir durch ihn wor= wir zu seiner Ehre feiern, bei den, was können und sollen wir welchem wir als seine Freunde und durch ihn werden? Was kann jedem Verehrer erscheinen, mehr als sonst Menschen wichtiger sein, als daß an ihn denken, feierlicher als sonst Jesu Andenken auf Erden von Zeit uns an ihn verpflichten, lebhafter zu Zeit erneuert, von Geschlecht als sonst uns seiner freun. Es ist zu Geschlecht fortgepflanzt, von


