Erster Theil. Von der Schöpfung.
30
7. Aus seinen richtigen Gesegen quillt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergògen. Wie lauter ist, was Gott gebeut! Herr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht.
8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglücket, die sich dem Dienste Gottes weih'n. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit.
9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt.
10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hålt! Doch oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, Gott, von dir, auch die verborg'nen Sünden mir!
11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sey!
12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich und zur ange
nehmen Stunde, dir mein Gebet geseufzet seyn! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser, Gott, mein Hort!
Nach der Melodie des 42. Lieds.
43. Sott! ben alle Himmel
chren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. Un deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht.
2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Erde kleidet, und fie mit grünem Schmuck behängt. Du bist es, der durch seine Kraft dem Frühling neue Anmuth schafft.
3. Daß Kraut und Pflanzen fich verjüngen, und alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das fließt allein aus deiner Gnad', die unsre Welt gezieret hat.
4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht.
5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt.
6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid.
7. Uch Schöpfer! heilge mein Ges sichte, wenn ich so voll Verwund'rung steh', daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh'. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust.
Nach der Melodie des 15. Lichs.
44. W beine Macht, die Beis heit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr, und Vater!
2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer der Sterne?
3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen?
Gott der Macht und Herrlichkeit,


