Erster Theil.- Vom Wesen Gottes
Nun, so soll mein ganz Veren unbeweglich auf ihm ruh'n: en will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Hir mel kann vergehn, doch sein Bild bleibt ewig stehn!
Von der Liebe und Güte Gottes.
seiner nicht.
2. Wer hat mich wunderbar be= reitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stårkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft?
4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich.
Mel. des 98. Pfalms
33. W ie groß ist des UU.
macht'gen Gute! ist der ein Mensch,
den sie nicht rührt? Der mit ver
härtetem Gemüthe den Dank erstickt,
der ihm gebührt? Nein, seine Liebe
zu ermessen sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch 34.
nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch
3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gute sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit Su könntest selig seyn.
5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn, wie Er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht.
6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! fie stårk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen: sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks.
Neue Mel. oder Nun lob mein Seel'.
Gott, du bist die
Liebe! Allein zum Wohlthun hast
du Lust. Der Quålsucht harte Triebe
find deinem Herzen unbewußt. Ganz
ohne alle Gránzen ist deine Gütig
keit. So weit die Himmel glänzen,
übst du Barmherzigkeit. Du, Herr,
haft Wohlgefallen an dem, was du
gemacht; und hast uns Sündern E
allen noch Leben zugedacht.


