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Historie vom Leiden Christi.
22.
Da fingen an die Hobenpriester und Aeltesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen fingen wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wiederum hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester baben dich mir überantwortet: Was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bift du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagsts. Ich bin ein König: ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pi latus zu ihm: Was ist Wahrheit?
Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? Siche, wie hart sie dich verklagen: hörest da nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte.
Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen judischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher.
Da aber Pilatus Galilää hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war.
23.
Da aber Herodes Jesum fahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen, denn er hatte
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