doim Abendgebete. 1sds SAG
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mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Beit meine Kräfte meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschåmet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht in's Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorfate. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gieb, daß sich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege sich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes und Seelenkräften wieder aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröfte, barmherziger Gott, tröfte meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten! Stärke die Sterbenden und laß fie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß erbarme dich der Sünder und bekehre fie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an 20*


