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Andachtsbuch für gebildete Familien / von Jacob Glatz
Entstehung
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Ueber den Werth der Andacht.

Es ist dem menschlichen Herzen Bedürfniß, sich bisweilen aus dem Geräusche der Welt und dem Gedränge des alltäglichen Lebens zurückzuziehen, sich zu sammeln, und über den Tand der Erde zu er­heben zu dem, der unsichtbar, aber mächtig über alles waltet, und in dessen Händen unser aller Schicksal liegt. Andacht nennen wir eine solche stille, fromme Erhebung des Gemüthes zu Gott, und daß sie für uns höchst nothwendig und von sehr großem Werth und Nußen sey, daran wird nie­mand zweifeln, der über die Sache ruhiger und ernster nachgedacht, und den wohlthätigen Einfluß derselben auf sein Herz, seine Tugend und seine in­nere Ruhe und Zufriedenheit bereits erfahren hat.

Man hat besonders in unsern Zeiten den großen Werth der Andacht, die mit geistloser Undächteley und frommer Empfindeley nicht verwechselt werden darf, häufig verkannt, sie zu den überflüssigen Be­schäftigungen des Geistes und Herzens gezählt, und sich derselben nur zu gern entzogen. Aber dadurch hat man sich auch eines trefflichen Mittels der Selbstveredlung beraubt, und eine der reichsten Quellen des Trostes, der Beruhigung und Stär­

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