112 Die Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem.
der größte Theil zerrüttet und verwüstet worden, wenig Gebäude find stehen geblieben, daß man nur etliche römische Kriegesvölker man darinnen zur Besagung lassen können. So sind auch etliche wüste Gebäude und Thürme übrig geblieben, allein nur öde, zur Anzeigung, daß daselbst eine Stadt ehemals gewesen wäre. Und ist also und zu den achten des Septembers, im fünften Monat darnach, als sie zuerst belagert worDer Gefangenen hatte Titus bei siebenzehn Tausend, alle junge starke Mannspersonen, gen Alexandrien geschickt, um daselbſt, wie leibeigene Knechte, Steine zu tragen und zu arbeiten. Viele Juden hat man, wie das Vich, gar wohlfeil verkauft, zwei Tausend hat man hin und wieder in die Länder durch das ganze römische Reich ausgetheilet, daß man sie, wenn man Schauspiele gehalten, zum Gepränge von den wilden Thieren hat zerreißen lassen.
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Die Menge aller Gefangenen, so am Leben geblieben, sind an der Zahl sieben und neunzig Tausend, da doch, als die Belagerung angefangen wurde, wohl zehn mal hundert Tausend in der Stadt gewesen sind, welche mehrentheils Fremde und nicht Bürger, wiewohl alle vom jüdischen Stamm und Geblüt gewesen sind.
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Als nun Titus Jerusalem mit Gewalt eingenommen, verbrannt, zerrüttet und verheeret hatte; besette er den Ort des Landes mit etlichen Kriegesknechten, um der umliegenden Länder willen, und rückte bis an den Fluß Euphrat, denn soweit ging dazumal das römische Reich. Als aber diese gewaltige, berühmte und heilige Stadt Jerusalem zerstöret worden, hat man gezählet vom Anbeginn der Welt 4034, vom Anfange der Stadt Rom 823, nach dem Leiden Christi vierzig Jahre. Also hat Jerusalem, die allerberühmteste Stadt im ganzen Morgenlande, wegen ihrer Sünden, Bosheit und Widerspenstigkeit gegen Gott und Jesum, ein elendes und jämmerliches Ende genommen.
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