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Lüneburgisches Kirchen-Gesang-Buch nebst einem Gebet-Buche : [nebst] Episteln und Evangelia auf alle Sonn- und Festtage ...
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Die Geschichte von dem Leiden und Sterben

Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so bilf dir selbst, und uns. Da ant­wortete der andere, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsre Tha­ten werth sind: dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein.

Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist verdolmetschet: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der ruft den Elias. Darnach als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stand ein Ge­fäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt es ihm dar zum Munde, und tränkte ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme.

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Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Bater, ich be­fehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigete er das Haupt, und gab seinen Geist auf.

Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerriffen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Hei­ligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und famen in die heilige Stadt, und erschienen vielen.

Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit sol­chem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da ge­schah, erschraken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahr­lich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie sahen, was da ge­schah; schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um.

Es standen aber alle seine Verwandte von ferne, und viele Wei­ber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles, unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Ja­cobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget, ta er in Galiläa war, und gedienet, und viele Andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren.

Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuz blieben den Sabbath,( denn desselbigen Sab­bathstag war groß,) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm ge­freuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß