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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg
Entstehung
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IV

und so ein Werk ausgeführt, zu welchem in brüder­lichem Geist Unzählige mitgewirkt haben, das mithin als die Frucht einer gemeinschaftlichen Handreichung der Kirche selbst betrachtet werden darf und fortan zur Pflege der Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens aller Orten beitragen müsse.

Der schönste Schmuck und nicht die geringste Kraft der evangelischen Kirche sind ihre geistlichen Lieder und Choräle. Sie hat von beiden mit jedem Jahrhundert eine ansehnliche Zahl und in eigenthümlichem Ton und Gepräge hervorgebracht, und bat auch aus früheren Zeiträumen und aus andern Kirchen das Schönste sich dankbar zugeeignet. Es mußte demnach, einem in den deutschen Ländern wieder allgemein erwachten Bedürf­niß gemäß, darauf gesehen werden, zu dem Guten, was bereits in dem seit dem Jahr 1791 geltenden Ge­sangbuche steht, noch manches andere, was in den älteren Sammlungen von Alt- und Neu- Württemberg von entschiedenem Werth und noch in theurem Ansehen unter dem Volke war, hinzuzufügen und solches alles in einer Gestalt aufzubewahren, welche weder die ur­sprüngliche Form jener Lieder verwischt, noch dem Ge­schmack und der Ausdrucksweise der jetzigen Zeit ganz zuwider lautet. Ebenso war aber auch daran gelegen, die besten und erbaulichsten Lieder des jüngsten Zeit­raums in dieser neuen Sammlung zu vereinigen, und dadurch vieles, was bisher nur Wenigen bekannt, einer allgemeinen Verbreitung werth erschien, in un­sere christlichen Familien und Gemeinden einzuführen. Es möge nun dieses Buch jedem nach seinem Bedürf­