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Evangelisches Gesangbuch und Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht
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3. Gebete für die häusliche Andacht.

ihn jezt an, und in ihrer Gesellschaft soll auch mein Gebet zu einer Zeit zu ihm aufsteigen, in welcher ich zu seiner Verehrung am geschicktesten bin. Dir, mein Schöpfer, Herr, Wohlthäter und Vater! dir danke ich von Herzen für die Erhaltung meines Lebens, meiner Kräfte, meiner Gesundheit. Du warst mein Schuß, da ich in der Nacht vom Schlafe überwältigt, weder über mich, noch über die Meinigen wachen konnte, und, gütiger Erhalter, da ruhte ich sicher unter deiner mach­tigen Bewahrung. Himmlischer Vater! laß deine Gna­de auch heute mich beglücken. Gib mir zur gewissen­haften Bollbringung meiner Berufsgeschäfte deinen Bei­stand und Segen. Nichts will ich heute thun, nichts unterlassen, was mir Schaden, Reue und Nachtheil verursachen könnte. Ich will über mein Herz, über­meinen Mund und über mein Leben wachen, und un­ter deiner Aufsicht, größer Gott, ein tugendhafter Mensch seyn. Unter deinem Beistand werde ich heute alles, was Pflicht für mich ist, als ein Christ, nach der Unterweisung und nach dem Beispiel meines Heilan­des verrichten; beten, arbeiten, mich über deine Wohl­thaten freuen, mit Mäßigkeit essen und trinken, mei­nem Nächsten nützlich und mit deinen Führungen zu frieden seyn. Gib mir an irdischen Gütern, so viel mir heilsam ist, und versage mir, was mir Schaden bringen könnte; wenn ich dich auch noch so eifrig dar­um bitten sollte. Du, bester Vater, weißt, was zu meinem wahren Wohl dient! Das gib mir aus Gna­den, wann ich dich auch nicht ausdrücklich darum an­rufe. Mein Christenthum und deine Allgegenwart soll mich in die Einsamkeit und in die Gesellschaft beglei­ten, und mich vor allen Versuchungen zur Sünde, vor den unerkannten Sünden des Uebelredens von meinem Mitmenschen, vor der feinern Ungerechtigkeit, vor dem Neid, wenn andere glücklicher sind, vor der Spottsucht und Heucheley, und allem, was dir mißfällig ist, be­wahren. Wenn ich dies alles unter dem gegründeten Beifall meines Gewissens, vor dir, Allgegenwärtiger, dessen scharfem Auge nichts verborgen bleibt, thue, o wie vergnügt werde ich am Abend mich in Dank und An­