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Evangelisches Gesangbuch und Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht
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46 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen.

des Frühlings, wo Gras und Blumen, Kräuter und Pflanzen empor sproßten, Blüthen und Laub unsere Bäume schmückten, die Freude der belebten Schöpfung uns zur frohen Theilnahme aufforderte, und alles um uns her die reichlichste Erndte versprach.

( Bey einer reichen Erndte.)

Und, welch einen Reichthum von Früchten haben wir nun auch in diesem Jahre auf unsern Feldern und in unsern Gärten durch deine Hand bereitet gefunden! Unsere Scheuern sind gefüllet, belohnet ist die Arbeit der Uecker- und Gartenbebauer, Vorrath ist eingesam­melt auf die Tage des Winters und der künftigen Aussaat; o wie können wir dir für deinen reichen Še­gen der Erndte herzlich genug danken!

( Nach einer weniger glücklichen Erndte.)

Hat es auch deinem weisen Rathe nicht gefallen, diese frohe Hoffnung zu einer ergiebigen Erndte ganz zu erfüllen; konnten Felder und Gärten den erwarteten Segen, wegen so mancher Unglücksfälle, die sie tra­fen, auch nicht liefern: so hast du doch noch immer mit Gnade und Huld an uns gedacht, und mehr an uns gethan, als wir verdienten. Du hast uns doch auch erndten und sammeln lassen, und wir haben das feste Vertrauen zu dir, unserm gütigen weisheitsvollen Ba­ter, du werdest unsern, wenn schon geringen Vorrath segnen, keinen von uns Mangel leiden lassen, den Fleiß des redlichen Arbeiters unsichtbar lohnen, und je­den mit seinem ihm gebührenden Antheil an dem Ernd­tesegen erfreuen.

O daß wir nun auch das Gesammelte als deine Gabe zu genießen, Weisheit und Mäßigung, Geist und Liebe genug hätten! Im Aufsehen auf Jesum, dessen Speise es war, deinen Willen zu thun und das ihm anvertraute Tagewerk zu vollenden, laß auch uns den Segen der Erndte dazu benußen, daß wir an Geist und Körper gestärkt werden, deinen Willen zu voll­bringen, und in unserm Tagewerke treu zu seyn. D

daß