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Evangelisches Gesangbuch und Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht
Entstehung
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Gebet am Stiftungs- Tage der evangel. Kirche 43 faltigen und großen Vortheile, deren Andenken der heu­tige Tag unter uns erneuert. Daß das Licht deines Wortes so helle unter uns leuchtet, und uns den gera­den Weg zur Tugend und Glückseligkeit zeiget; daß wir die unschätzbare Wohlthat der freien Predigten deines göttlichen Wortes genießen, das uns in alle Wahrheit leitet, und von einer Stufe der Erkenntniß und der Vollkommenheit zur andern fort führet; daß wir die heilsamen Wahrheiten des Christenthums of fentlich und freimüthig bekennen, dich, o Gott, im Geist und in der Wahrheit verehren, den Einsichten unseres Gewissens folgen, und hierin nicht Knechte der Men­schen seyn dürfen: das alles, o Gott, verdanken wir dir als Wohlthaten, die wir vermittelst der gesegneten Religionsverbesserung von dir empfangen haben. Denn du, o Gott, du erwecktest durch deine weise Borse­hung die edlen Männer, welche, über die Vorurtheile und die sclavische Denkungsart ihres Zeitalters erhaben, den traurigen Verfall des Christenthums zu Herzen nahmen, und demselben nicht durch unthätige Wünsche, sondern durch eifrige standhafte Bemühungen abzuhel­fen suchten; du gabst ihnen Muth und Freudigkeit, sich verjährten, und heilig gehaltenen Irrthümern und Miß­brauchen zu widersetzen, den herrschenden Aberglauben zu bestreiten, die Rechte des Gewissens zu vertheidigen, und das, was sie für Wahrheit erkannten, unerschrocken als Wahrheit zu behaupten. Du segnetest ihre edlen Be­mühungen, halfft ihnen alle Hindernisse übersteigen, allen Widerspruch besiegen, und den Grund zur Wie­derherstellung des reinen Christenthums und der christli­chen Freiheit und zum Entstehen der evangelischen Kirche legen. Auch stärktest du mehrere Fürsten un­feres deutschen Vaterlandes durch deine Kraft, daß fie die evangelische Wahrheit freimüthig bekannten, von deinen Zeugnissen redeten vor den Königen, deinen Na­men nicht verleugneten, so vielen Menschen in so vielen Låndern Glaubens- und Gewissensfreiheit errangen, und den ungehinderten freien Gebrauch der Bibel zur Ers leuchtung des Verstandes und zur Besserung des Her­zens weit und breit beförderten. Darum gehen wir Heute