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wie wenig haben wir sie erkannt! Wie noch weit weniger haben wir sie würs big gebraucht! Wie selten werden die Früchte deines Evangelii unter den Bes kennern desselben gefunden! Wie viel Gleichgültigkeit und unempfindlichkeit gegen dasselbe, wie viel Unglaube und 3weifelsucht, wie viel Sünde und Las sterhaftigkeit herrschet noch immer unter den und unter uns!
Dürften wir uns wohl darüber beschweren, wenn du uns diese deine so sehr gemißbrauchten Wohlthaten entziehen wolltest? Ach Gott, barmherzi: ger Vater! erbarme dich unser! Verzeihe uns unsern Undank und Ungehors sam gegen dein heiliges Wort. Lehre uns den großen Werth desselben besser erkennen und es würdiger gebrauchen. Laß das Licht desselben stets über uns und unsre spätesten Nachkommen leuchten, seine Wahrheit sich immer weiter verbreiten, und seine göttliche Kraft, selig zu machen, an uns und allen Menschen immer wirksamer werden. Leite durch dasselbe die Irrenden zur Wahrheit, die 3weifelnden zur Gewißheit, die Ungläubigen zum Glauben, die Lasterhaften zur Buße und Besserung. Laß es die Stärke der Schwa: chen, den Trost der Traurigen, dié Erquickung der Kranken- und Sterbenden sein. Beschüße deine Kirche, die Gemeinde und Verehrer deines Sohnes Jesu Christi. Erhalte sie mächtiglich bei dem Besige ihrer Freiheit und der Reinigkeit deines Wortes und Got: tesdienstes. Wehre allen denjenigen, welche uns dieses unschäßbare Kleinod rauben und Zweifelsucht und Unglauben, Unwissenheit und Aberglauben, Sünde und Verderben zu befördern suchen. Uns aber verleihe, daß wir recht: schaffne Früchte der Buße bringen, und, errettet von der Knechtschaft der Sünde, dir dienen ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß uns nicht nur Hörer deines Wortes, sondern auch Thäter sein. Ja, gicb du dein Geseß in unser Herz, und schreibe es in unsern Sinn, daß wir nun, als ganz andre Menschen, unser ganzes Leben im Glauben und
Kirchengebete.
in der Gottseligkeit führen, würdiglich demjenigen Berufe, wozu du uns gesehet hast. Ja, mache uns fertig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Chriftum, welchem mit dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen."
Am Weihnachtsfeste. Kindlicher Dank fliegt heute, Ullgüs tiger! von une, und von einer zahllos sen Menge deiner Verehrer zu dir empor, daß du Ihn selbst, deinen eingebornen Sohn, zu uns herab auf die Welt fandtest, und zur Erkenntniß seiz ner heilbringenden Religion auch uns gelangen ließeft. Aber was wäre unser Dank, wenn wir ihn nicht auch durch Thaten, durch treuen Gebrauch deiner uns erzeigten Wohlthaten beweisen wollten? Ja, so groß, so unverdient diese Erweisungen deiner Liebe gegen uns sind: so theuer, so heilig sind auch die Pflichten, welche uns dagegen ebe liegen; und wir geloben es dir heute, heiliger Vater! sie freudig und stande haft zu erfüllen. Verdanken wir Ihm, den du uns zum Erretter fandtest, das Licht, das uns erleuchtet, die richtige Erkenntniß deines heiligen Willens, die freudige Hoffnung zu dir, unserm Vater: o so wollen wir auch in diesem Lichte wandeln, dieser bessern Erkenntniß gemäß unsern Sinn und unser ganz zes Leben einrichten, und deinen Willen stets, als gute und folgsame Kinder, verehren. Wissen wir es, von Jesu belehrt, daß du, als Vater deiner Men= schen, nicht sllavisch gefürchtet, sons dern kindlich geliebt, nicht blos durch äußere Gebräuche, sondern mehr im Geiste und in der Wahrheit verehret sein willst: so wollen wir auch mit fro hem und zutraulichem Herzen uns dir nahen, dich über alles, und in den Menschen unsere Brüder lieben, und vollkommen zu werden streben, wie du, unser Vater im Himmel, vollkommen bist. Hast du durch Jesum allen Reucvollen Trost, allen sich aufrichtig Bese sernden deine Gnade und Vergebung der Sünden verheißen: so wollen wir


