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Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat-Erbauung : [nebst] Evangelien und Episteln
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Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis.

empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Glaubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht ges tauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn.

Evangel. am Sonnt. Trinitatis,

Joh. 3, v. 1:15,

war aber ein Mensch unter den

mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekom­men, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge= boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Seglicher, der aus dem Geift geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antmortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel,

und weißt das nicht? Wahrlich, wahr­lich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Schn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Ulle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige

eeben haben.

Epistel, Róm. 11, v. 33-36.

beides der Weisheit und Erkennts niß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergotten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen.

Evang. am 1. Sonnt. n. Trinitat.

Luc. 16, v. 19:31. Es war ein reicher Mann, der klei­

dete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Ur­mer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwåren, und bes gehrte sich zu sättigen von den Bro­samen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Urme starb, und ward getra­gen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Ubra= ham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle