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Erster Theil.
Vom Wesen Gottes
3. Herr, du willst, daß deine| stimmest jedem seinen Lohn, dem Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du biſt nur der Frommen Freund. Uebelthätern bist in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden.
Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, allein auf das, was wir gethan, sich'st du als rechter Richter.
3. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet.
4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern.
5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß er dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet.
6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodem fällt, Aegyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest.
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4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen?
5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheiff'st, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe.
6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unfres Wandels größte Zierde sey rechtschaffne HeiligFeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben Heilig leben.
Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.
30. E
erechter Gott, vor
dein Gericht, muß alle Welt sich
stellen. Du wirst in ihrem Ange
sicht auch mir mein Urtheil fällen.
O, laß mich dein Gericht stets scheun, # f1
und hier mit Ernst beflissen seyn,
vor dir einst zu bestehen.
2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder! be
7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, Herr, in's hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme.
8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd' in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sey meines Herzens Muster.
9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bet ihrer Reue sehen; so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf' und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen.


