Druckschrift 
Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen : [nebst] Gebete zur Hausandacht [und] Das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi ... [und] Episteln u. Evangelia auf alle Sonntage und hohe Feste [und] Der kleine Catechismus D. M. Luthers
Einzelbild herunterladen

28

Gott, dessen Wesen

duld trägst du die Men häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie dem­selben noch entfliehn, suchst

durch fühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sei uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Gütigkeit zur wahren Beßrung leite.

In eigener Melodie.

du ihr Herz zu dir zu 41 Aller Welten Herr­

ziehn aus Erbar­

icher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schau­plat deiner Güte. Sie ver­herrlicht täglich sich auch an uns allen, die wie noch auf Ja, sie Erden wallen. pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder.

2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergrün­den? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer fann dieß fassen?

men.

2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du scho­neft sein von Zeit zu Zeit; verziehest voll Barmherzig­feit, ihn gänzlich abzubauen. Dwelche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Baterhuld nicht inniglich vertrauen?

3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du scho­nend noch vielmehr die From­men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz fich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken.

4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unire Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicher­heit uns führen! Ach! keiner

3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Le­ben, Zeit zur Behrung uns zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Er­barmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten.

4. O daß doch der Reich­thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe!