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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengefaßt
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Geburts- und Tauf- Gebete.

und schüße es vor Allem, was den Frieden seines Gewissens gefährdet. Nicht vergebens habe es auf Erden gelebt; nicht umsonst sey unser und auch sein Gebet; erhalte es auf dem Wege der Tugend und Gottesfurcht, und am Tage der Ver­geltung reiche ihm die Krone deiner Herrlichkeit Amen.

Gebet am Geburtstage eines Erwachsenen.

Allgütiger! durch dich bin und lebe ich, der heutige Tag erinnert mich an meinen Eintritt in diese Welt. Darum er­hebt sich meine Seele voll Rührung und Dankbarkeit zu dei­nem Throne und preißt dich laut und innig, du Quelle des Lebens. Schon als Säugling war ich ein Gegenstand deiner Vaterliebe, und deiner alles leitenden und wohl hinausfüh­renden Vorsehung, du hast mich bis hieher väterlich geleitet, und mit Vaterfinn, Geduld und Langmuth getragen. Alles, was ich bin und habe ist ein Geschenk deiner unendlichen Güte; du hast mich mit Wohlthaten überhäuft und mir mehr gegeben, als ich von dir erbeten habe. Du hast mehr an mir gethan, als ich mit meinem Verstand zu fassen und mit meiner Zunge auszusprechen im Stande bin. Habe ich ge­sündiget, o so verzeihe mir! leite mich auf rechter Bahn, und vergelte meinen Eltern und Wohlthätern, was sie an mir ge­than haben. Erhalte mir ferner ihre Liebe und deinen Se­gen und laß mich in Freude und im Leide gute Menschen fin­den, die es wohl mit mir meinen. Einst früh oder später, das ist dir allein bekannt, erscheint mir noch ein anderer wichtiger Tag, der Tag des Sterbens und des Hingangs ins bleibende Vaterland. Amen.

Empfindungen einer Mutter am Tage glücklicher Entbindung.

Bis hieher hast du, Herr! geholfen, Leben und Wohl­thaten an mir gethan; deine Gnade ist in mir und meinem Kinde mächtig gewesen. Ja, mein Hort und mein Trost, dir gebührt Anbetung, Preis und Dank. Ich empfinde in diesem Augenblicke das Glück, Mutter zu seyn, und mit dem Auge der zärtlichsten Liebe weilt mein Blick auf meinem theuren Kinde. Ja, dir, erbarmungsreicher Vater, der du den Schmerz in Wonne verwandelst, dir gilt die Thräne der Freude, welche dem elterlichen Auge entquillt; zu dir steigt das Dankopfer empor, und aufrichtiges Gebet. Oziehe deine Hand nicht ab von mir und meinem Kinde; erhalte