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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengefaßt
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A. Gottes Wesen und Eigenschaften.

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so blind; Fehl ich, Gott zeigts, Gott hilft, Gott ist getreu!

glaub ich es, niemals verläßt er mich.| Und bin nun nimmer wie die Welt An meiner Tren ermangelt man­cherlei; Das wußte der mit mir den Bund gemacht Und der mein Elend pünktlich überdacht, Und schenkt mir doch das Wort: Gott ist getreu!

2. Gott ist getreu! das hab ich dei­nem Munde Oft nicht geglaubt, du frommes Baterherz! Ich ängstigte mich in der Prüfungsstunde Und häufete vergeblich meinen Schmerz; Eh ichs gedacht, da war die Noth vorbei; Das hab ich nun so oft und viel erlebt, O Schande, wenn mein Herz aufs neue bebt! Ists nicht noch heute wahr: Gott ist getreu?

5. Gott ist getreu! wie oft hat er mein Flehen Nach Wunsch erhört in großer Kümmerniß! Worinnen ich noch muß auf Hoffnung säen, Geduld, das kommt zuletzt, zuletzt gewiß! Selbst mein Gefühl, daß ich so elend sey, Und meine Furcht vor'm Rückfall wirket er, Nur daß er brünstiger mich beten lehr, Und hilft doch immer durch. Gott iſt getreu!

3. Gott ist getren! ich wags auch heut mit Freuden Auf dich, o Va­ter, denn ich bin dein Werk; Mein Jesu, auf dein Leben und Verschei­den; Gott, heilger Geist, auf deine Gnad und Stärk. Ich bin nichts werth, o das bekenn ich frei! Weg, Eigenwerk, dein Schimmer reicht nicht weit; Mein Element ist nur Barmherzigkeit, Daraus entspringt der Troft: Gott ist getren!

4. Gott ist getreu! ich fühls an meiner Seelen, An welcher er bis her so viel gethan; Ich kann sein Werk und Treue nicht verhehlen: Durch seinen Geist lieb ich die schmale Bahn, Sein Wort, sein Reich; und immer wird mir neu Sein Bild, wo ichs an seinen Kindern find;

6. Gott ist getreu! will mich schon Trägheit quälen, Er trägt, er treibt, er schenkt mir neue Kraft. Gott ist getreu! will mir der Glaube fehlen, Läßt er sein Werk doch nicht, der alles schafft. Gott ist getreu! ob noch so mancherlei Daheim und draußen mich und andre kränkt, Kenn ich doch den, der alles weislich lenkt, Der mich auch kennt und liebt. Gott ist getreu!

seyn, Das uns so hoch kann lieben, Da wir doch alle, groß und klein, Was gar nicht gut ist, üben; Gott muß

7. Gott ist getreu! ach drücke die drei Worte, Dreieiniger Gott, doch tief in meinen Sinn, Mit welchen ich dann wohl an jedem Orte Auf jeden Fall in dir gewappnet bin. Es werde deine Treu mir stündlich neu; Nur laß auch mich dir immer treuer seyn, Bis ich vollendet einst vor dir erschein Und ewig rühmen kann: Gott ist getren!

Muthmann, 1747.

Mel. Wo Gott, der Herr.( Pf. 145.)

47. Es muß ein treues Herze nicht anders seyn als gut, Daher

fleußt seiner Güte Fluth Auf alle seine Werke.

2. Drum, Herr, so sollen dir auch