Gebet eines Sterbenden.
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selbst zu prüfen, mich so zu erkennen, wie ich bin, und wie ich vor dir stehen werde im Lichte deiner Ewigkeit. Was ich in dieser Welt Unrechts gethan, andern Menschen geschadet oder sie gefränket habe, laß mich ersetzen und gut machen, daß ich kein beschwertes Gewissen vor deinen Thron mitnehme, und keine Seufzer mir in die Ewigkeit nachfolgen, die wider mich schreien. Laß mich dann bei dir Vergebung aller meiner Sünden suchen, und sie auch erlangen durch meinen Heiland Jesum Christum; und schenke mir dabei durch deinen heiligen Geist, ein kindliches frommes Herz, voll Glauben, Liebe, Geduld und Hoffnung. Wenn dann nur meine Seele so beschaffen ist, daß sie dir wohlgefallen kann; so geschehe mir, wie du willst: ich werde selig sein, wenn ich sterbe; und wenn du mich länger leben lässest, werde ich in deiner Gnade am besten und glücklichsten leben. Ich übergebe mich mit Leib und Seele, mit allen meinen Anliegen und Bekümmernissen, in deine Hände, du Gott der Liebe, der du mich erschaffen, erlöset und geheiliget hast! Erbarme dich meiner, und hilf mir in aller meiner Noth. Heilige mich ganz, und laß Seele und Leib unsträflich behalten werden auf den Tag Jesu Christi! Amen. Gebet eines Sterbenden.
Allmächtiger Herr des Lebens und des Todes! ſo ist dann nun Tag doch ganz nahe, an welchem mich aus dieser Welt nehmen und in die Ewigkeit einführen willst.
Gnädiger Vater! ich kann diese Erde nicht ohne Dankbarkeit gegen dich verlassen, für alle die Barmherzigkeit und Treue, für die unzählbaren Wohlthaten, die du mir erwiesen hasi. Dank sei dir für all das Gute, welches ich als Mensch und als Christ in dieser Welt genossen habe: Dank für alle Freuden dieses Lebeus- auch für alle Leiden, die du mir zuschicktest, und für alle die väterliche Fürsorge, wodurch du mir den Weg durch dieses mühselige Leben erträglich gemacht hast!
Aber mit Reue und Wehmuth erinnere ich mich noch einmal meiner mannigfaltigen Sünden und Uebertretungen, deren ich mich im Leben schuldig gemacht habe. Ach, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest, heiliger Herr und Gott, so könnte ich dir auf tausend nicht eins antworten; und wie fürchterlich würde nun meiner Seele ihr Gang zu Gott sein, zu ihrem Herrn und Richter! Doch mit glaubiger


