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Geistliche Oden und Lieder / von C. F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins
Entstehung
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Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein.

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Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; Dort werd' ich heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth; Den Gott der Liebe werd' ich seh'n, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn.

Da wird der Vorsicht heil'ger Wille

Mein Will' und meine Wohlfahrt sein; Und lieblich Wesen, Heil die Fülle, Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin.

Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, Die Schickung im Zusammenhang.

Da werd' ich zu dem Throne dringen,

Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig, Heilig, Heilig fingen

Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm.

Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig seh'n,