Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge 1) für Gesunde, 2) für Betrübte, 3) für Kranke, 4) für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, den Sterbenden vorzusprechen, nebst Fest- Andachten ... / von Johann Friedrich Stark, Ev. Prediger zu Frankfurt a.M.
Entstehung
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Erinnerung und Trost für Unfruchtbare.

und der Mann auf die Frau schieben wollte, sondern gedenken, daß es Gott sei, der ihnen die Frucht des Leibes nicht geben will, 1. B. Mos. 30, V. 2. 9) Läßt Gott es frommen Ehe­leuten an Kindern fehlen, so sollen sie desto mehr in der Liebe Jesu zunehmen, und da diejenigen, welche Kinder haben, so oft am Gebet, am Gottesdienst und an der Erbauung durch die Kinder verhindert werden, so können sie desto mehr den Dienst Gottes unverhindert und ungestört abwarten. 10) Schenkt Gott christlichen Eheleuten keine leiblichen Kinder, so sollen sie desto mehr die Armen sich empfohlen sein lassen, frommen Kindern Gutes thun, sie kleiden, in die Schule schicken, zu ihrer Erziehung helfen, welche Kinder dann solche Eheleute am jüngsten Tage als Vater und Mutter preisen und auch vor Gott rühmen werden: diese haben mich gekleidet, gespeiset und getränket, Matth. 25. 11) Endlich mögen Eheleute auch wohl bedenken, ob sie nur etwa die Kinder als eine Gabe Gottes, wie denn Kinder in der That sind, halten. Meinen sie, es sei eine Natur­gabe, welche sie selbst befördern könnten, so fehlen und irren fie, und es will ihnen durch Vorenthaltung des Ehesegens Gott zeigen, daß es nicht bei ihnen stehe, sondern daß es eine Gabe sei, darum will er gebeten sein, 1. B. Mof. 25, V. 21. Dieses Alles sollen christliche Eheleute sich fleißig vorstellen und sich gegen alles Murren, gegen Ungeduld und Gemüths- Unruhen bewahren und bedenken, ihr Haus sei einsam und ohne Kinder, daß sie nach ihrem seligen Absterben in der Herrlichkeit, in der Gesellschaft vieler heiligen Engel sein werden, mit welchen sie sich in Ewigkeit vor dem Thron des dreieinigen Gottes erfreuen sollen.

Gebet.

Herr Herr, was willst du mir geben? ich gehe ohne Kinder dahin. Ach mein Gott, ich sehe, wie du Andern den Ehesegen mit reichem Maaß zutheilst, aber mir hast du denselben bisher vorenthalten und nicht ge­