Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge 1) für Gesunde, 2) für Betrübte, 3) für Kranke, 4) für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, den Sterbenden vorzusprechen, nebst Fest- Andachten ... / von Johann Friedrich Stark, Ev. Prediger zu Frankfurt a.M.
Entstehung
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Erinnerung und Trost für Unfruchtbare.

Gesang.

Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c.

1. Der Herr der große Gott, Der seinen reichen Segen Auf mich geschüttet hat Als einen sanften Regen, Den preis' ich diesen Tag, Da ich und auch mein Kind In allem Wohl­ergeh'n Noch jetzt im Segen sind.

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2. Hat großes Ungemach Viel Andere gedrücket, So hat mit seiner Gnad' Der Höchste uns geschmücket; Die Milch, die süße Speis', O welche große Gnad' Ist welche Gott bisher Mein'm Kind gesegnet hat.

3. An mir und meinem Kind Sind Wunderding' ge­schehen, D'rum will an diesem Tag Ich Gottes Ruhm erhöhen, Uns beide schützte er; Er gab uns Kraft und Stärk, Bis er an uns vollbracht Sein großes Wunderwerk.

Erinnerung und Trost für Unfruchtbare.

Wenn Gott Eheleute ohne Kinder sein läßt, daß sie wie Abraham sagen: Herr, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder, 1. B. Mos. 15, V. 2, so sollen sie 1) denken, daß die Ursachen der Unfruchtbarkeit bei beiden Eheleuten natür­lich sein können. Wenn mun Gott diese Gabe nicht in ihre Natur gelegt hat, so sollen sie deswegen mit Gott zufrieden sein und wissen, daß er doch darum ihr gnädiger Gott ist, der ihnen gewogen sei. Wie viel Bäumlein zieren nur den Garten und tragen doch keine Früchte, und man hat dieselben doch gerne im Garten stehen. So sind auch unfruchtbare Eheleute Gottes liebe Kinder, ob sie gleich andern an Fruchtbarkeit nicht gleich find. 2) Sollen sie sich erinnern, daß Kinder eine Gabe des Herrn sind; wem er diese Gabe nicht geben will, der soll darum nicht wider Gott murren, noch übel dazu sehen. Ist dieſe Vorenthaltung des Ehesegens Gottes gnädiger Wille, so haben folche Eheleute eine Probe ihrer Geduld, Gelassenheit und Hoffnung zu beweisen. 3) Unfruchtbarkeit ist kein Zeichen des Zornes Gottes; denn daß Gott nicht zornig über sie sei, sollen